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Alt 07.06.2018, 21:01   #1   Druckbare Version zeigen
Clout  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 9
Biomethylierung am Quecksilber

Hey Leute,
folgende Klausurenfrage wurde gestellt:

"Viele Schwermetalle sind toxisch. Die Toxizität des Quecksilbers muss auch 12 Punkte
vor dem Hintergrund der „Biomethylierung“ betrachtet werden. Erläutern Sie anhand
einer Skizze und chemischen Gleichungen die Zusammenhänge."

Leider habe ich mir nicht viel durch Internetrecherche und Biologie Bücher erschließen können, deswegen bitte ich um eure Hilfe.

Ich bin auf die folgende Schlussfolgerung durch Wikipedia gekommen, die aber etwas von der Frage abweicht:

"Methylquecksilberverbindungen liegen hauptsächlich als positiv geladene Ionen vor (CH3Hg(+)). Deshalb können sie leicht Verbindungen mit Hydroxid, Chloridion eingehen. Zudem haben sie eine hohe Affinität zu Schwefel.

Geht das Methylquecksilber mit einem Chloridion eine Verbindung ein, entsteht Methylquecksilberchlorid.

CH3Hg(+) + x-Cl(-) -> CH3ClHg

Dieses ist fettlöslich und hautgängig und kann somit einfach in den Körper gelangen.

Zudem besitzen z.B. Fische einen sehr hohen Cysteingehalt. Dieser besteht hauptsächlich aus Thiole. Thiole sind eine R-SH Gruppe.
Durch den Schwefel kann das Methylquecksilber also am Cystein eine kovalente Bindung eingehen, somit entsteht ein Methylquecksilber-Cystein Komplex.

CH3Hg(+) + C3H7NO2S -> Hg(Cys)4

Durch den Verzehr von belasteten Fisch gelangt somit das Methylquecksilber in den Körper."

Ist das ganze so weit richtig, bzw. in wie fern lässt sich meine Antwort noch ausbauen?
Clout ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.06.2018, 07:23   #2   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.052
AW: Biomethylierung am Quecksilber

das kann durchaus schon genügend sein. Ob das deinem Fragesteller ausreicht, lässt sich aber natürlich nicht sagen.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
einfach mal eine Fanta trinken
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.06.2018, 07:42   #3   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 17.885
AW: Biomethylierung am Quecksilber

Der Kern der Fragestellung ist, dass (viele) anorganisch Hg-Verbindungen und eine Reihe von (organischen) Hg-Verbindungen erstmal weder akut noch chronisch toxisch sind.

Erst durch die genannte Methylierung werden sie gefährlich, z.B. wird das in Proteinen gebundenen Quecksilber nach Verzehr teilweise in MeHgX (X = divers, einwertig) umgesetzt; diese Verbindungen können wiederum mit Proteinen oder Nukleinsäuren in menschlichen Zeller reagieren. Auch metabolisieren zweiwertige Quecksilberorganyle in vitro in elementares Hg (Einlagerung in Fett-/Nervengewebe). Die Metabolisierung lann aber auch durch Bakterien im Darm stattfinden, dann werden die Quechsilberorganyle gut resorbiert (und durch den enterohepatischen Kreislauf kaum ausgeschieden (siehe HWZ)).

CH3Hg+ ist die reaktive Spezies; frei im chemischen Sinne liegt sie nicht vor, eher als Zwischenstufe.

Folgender Hinweis: Hg gehört zu sehr gut untersuchen Giften. Jedes Standardwerk der Toxikologie/Pharmakologie widmet dem i.d.R. mehrere Seiten. Es gibt auch zahlreiche Übersichtsartikel dazu. Wenn es 12 Punkte gibt, soll man da sicher etwas tiefer und breiter einsteigen.

Gruß


jag
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