Analytik: Quali. und Quant. Analyse
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Analytik: Quali. und Quant. Analyse Nasschemische Nachweise (z.B. Trennungsgang) und Gehaltsbestimmungen per Titration, Gravimetrie, Konduktometrie, etc.

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Alt 09.05.2010, 18:53   #1   Druckbare Version zeigen
leni88  
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Themenersteller
Beiträge: 71
konduktometrie

hallo,
ich verstehe nicht ganz das prinzip der konduktometrie. Kann mir das vll jemand verständlich erklären am beispiel einer fällungstitration von bariumchlorid als Vorlage und mit zinksulfat als maßlösung. Die Kurve sieht ja aus wie ein V, aber warum ist das so. Am anfang hat man ja eine sehr hohe leitfähigkeit, aber warum, wegen den freien Bariumionen??
leni88 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.05.2010, 19:18   #2   Druckbare Version zeigen
bm  
Moderator
Beiträge: 54.316
AW: konduktometrie

Am Anfang: freies Ba2+ und freies Cl-

Zugabe von ZnSO4: BaSO4 fällt aus. Statt dessen Zn2+ und Cl-.


Zn2+ hat eine andre Wanderungsgeschwindigkeit als Ba2+.

http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~mweinert/studium/AC_quantitative_Analyse/quant_03_elektro.pdf
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Alt 09.05.2010, 22:24   #3   Druckbare Version zeigen
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Beiträge: n/a
AW: konduktometrie

Hallo, Freund.
Folgende Reaktion läuft bei der konduktometrischen Titration einer Barium-chloridlösung mit Zinksulfat ab:
{Ba^{2+}+ 2 Cl^- + ZnSO_4  \rightarrow BaSO_4 + Zn^{2+} + 2 Cl^- }
Die Chloridionen nehmen nicht an der Fällungsreaktion teil, so dass die rele-
vante Gleichung wie folgt geschrieben werden kann:
{Ba^{2+} + <ZnSO_4> \rightarrow BaSO_4(Ndg.) + Zn^{2+}; }
Du erkennst: Bis zum Äquvalenzpunkt(Äp.) wird das Ba-Ion durch das Zn-Ion ersetzt.
Da ersteres eine höhere Leitfähigkeit(65) als das Zn-Ion(54) besitzt, sinkt die Leitfähigkeit zunächst linear ab. Nach Überschreiten des Äp. wird die Maß-
lösung {ZnSO_4}nicht mehr verbraucht. Die Ionen {Zn^{2+} und SO_4^{2-}} führen jetzt zu einem starken Anstieg der Leitfähigkeit.
Die in ( ) gesetzten Zahlen (65) und (54) sind die sog. Ionenäquivalentleit-
fähigkeiten bei unendlicher Verdünnung[Mach' Dir nichts daraus!]
Für das Sulfation: 1/2{SO_4^{2-}} = 79 (alle Werte bei 25^oC.)
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Alt 10.05.2010, 20:01   #4   Druckbare Version zeigen
leni88  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 71
AW: konduktometrie

ja aber kann man dann sagen, dass die entstehende kurve eine zusammengesetzte Kurve aus allen ionen ist?!? weil am anfang mess ich ja die leitfähigekit von barium, und nach dem ÄP die leitfähigkeit von zn und sulfat?
leni88 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 11.05.2010, 20:53   #5   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: konduktometrie

Hallo Leni88,
die Lösung, deren Ba-Gehalt Du konduktometrisch bestimmen willst, hat eine Grundleitfähigkeit, die von den Ionen des vollständig dissoziierten Salzes
{BaCl_2}verursacht wird. Diese Leitfähigkeit misst Du vor Zugabe des ersten Tropfens der {ZnSO_4}-Lösung. Da sich die Konzentration der Chloridionen während der Titration praktisch nicht ändert, sind allein die unterschiedlichen Leitfähigkeiten der Ba- und Zn-Ionen für das "Aussehen" des ersten Kurvenastes verantwortlich. Dies habe ich Dir in meiner ersten Antwort doch mit Formeln und Zahlen erläutert.
Ich hoffe, Dir ein wenig geholfen zu haben.
Viel Erfolg
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Alt 08.09.2010, 18:52   #6   Druckbare Version zeigen
Luftreinhaltung weiblich 
Mitglied
Beiträge: 58
AW: konduktometrie

Hallo!
ich habe heute in meinem Chemiepraktikum die Kontuktometrie durchgeführt. Als Maßlösung habe ich NaOh verwendet, in der Probelösung war H2SO4 und CH3COOH.
Ich hab in 0.2 ml schritten NaOH in die Lösung gelassen, und die Leitfähigkeit aufgeschrieben. wie finde ich nun heraus wo die 2 äquivalenzpunkte liegen?
Gruß!
Luftreinhaltung ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.09.2010, 22:19   #7   Druckbare Version zeigen
Briegleb  
Mitglied
Beiträge: 37
AW: konduktometrie

Konduktometrische Titration einer Schwefel-/Essigsäurelösung mit NaOH-Maßlösung.
Vor Zugabe des ersten Tropfens NaOH wird die Grundleitfähigkeit gemessen = Summe der
durch {H_2SO_4 und HAc}(Essigsäure) bewirkten Leitfähigkeiten.
Nach Zugabe der NaOH wird zunächst die starke Säure {H_2SO_4 }neutralisiert:
RG: { 2H^+ SO_4^{2-} + 2 [NaOH] \rightarrow 2 Na^+ + SO_4^{2-} + 2 H_2O};
Da die Sulfatkonzentration praktisch unverändert bleibt, schreibt man die aussagekräf-
tige RG besser wie folgt:
{2 H^+ + 2 [NaOH] \rightarrow 2 Na^+ + 2 H_2O};
Die sehr gut leitenden H-Ionen werden durch die weit schlechter leitenden Na-Ionen ersetzt: die Leitfähigkeit sinkt (praktisch linear):
Nach Überschreiten des 1.Äquivalenzpunkts wird die sehr schwache Säure HAc titriert:
RG: {HAc + [NaOH] \rightarrow Na^+ + Ac^- + H_2O}: an die Stelle der nur sehr gering dissoziierten Essigsäure(= geringe Leitfähigkeit)
"treten" die Ionen {Na^+ und Ac^-}, die zu einem Anstieg der Leitfähigkeit führen, wenngleich deren Anstieg wesentlich geringer
ist als der Abfall des ersten
Astes. Nachdem die HAc vollständig neutralisiert ist, erfolgt ein steiler Anstieg
durch weiter zugesetzte NaOH (3. Ast; das OH-Ion hat die zweithöchste Ionenleitfähigkeit nach dem H-Ion!),die nun nicht mehr verbraucht wird.
G. Briegleb
Briegleb ist offline   Mit Zitat antworten
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